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"Goldenes Mieterjubiläum"
01.06.2015

Seit 50 Jahren 54 Stufen aufwärts zum kleinen Glück
WOBAG lud im Mai in Gorndorf zum „Goldenen Mieterjubiläum“ ein

 „Diese Wohnung war mein Wunschtraum. Großes Fenster in der Küche, kein zusätzliches Fenster im Wohnzimmer, das an der Giebelseite liegt, und natürlich mehr Platz und Komfort.“ Auch 50 Jahre nach Erstbezug ihrer „Neubauwohnung“ in der damaligen Straße des Aufbaus 72 in Saalfeld-Gorndorf sind die Erinnerungen bei Erika Munzert noch sehr lebendig und strahlen ihre Augen. 
Rund 30 Mietparteien aus Gorndorf hatte die WOBAG am 26.Mai 2015 ins Appartementhaus eingeladen, um das „Goldene Mieterjubiläum“ zu feiern, dabei den Mietern Danke zu sagen für ihre Treue zum Wohnungsunternehmen und gemeinsam in Erinnerungen an 50 Jahre Wohnen in Gorndorf zu schwelgen.
Für Familie Munzert wurde der Traum von einer neuen Wohnung im März 1965 schneller wahr, als es das junge Ehepaar zu hoffen wagte. „Wir bewohnten damals in der Hüttenstraße auf dem Gelände der ehemaligen Farbenfabrik zwei Zimmer mit Küche. Das unbeheizbare Schlafzimmer war so kalt, dass sich unsere kleine Tochter die Wangen erfroren hat“, erzählt Frau Munzert.  Um der leidigen Wohnsituation ein Ende zu machen, hatte sich ihr Mann Werner in der damaligen Arbeiter-Wohnungsgenossenschaft (AWG) eingetragen und entsprechende Mitgliedsanteile bezahlt.
„Doch plötzlich mussten wir sehr schnell umziehen, weil die Wema das Gelände der Farbenfabrik für ihre Betriebserweiterung benötigte“, erzählt Werner Munzert. Dass der Umzug nach Gorndorf in genau jene Wohnung erfolgte, mit der seine Frau geliebäugelt hatte, war ein glücklicher Zufall.„Der Mietvertrag ist auf den 24. März 1965 datiert. Und zwei Tage später haben wir uns den ersten Fernseher gekauft von dem Geld, dass wir von der AWG zurückbekommen hatten, denn nun hatten wir ja eine schöne Wohnung bei der Gebäudewirtschaft“, kann sich Erika Munzert noch heute über diesen doppelten „Lotto-Gewinn“ freuen.
Wie ein Sechser im Lotto war der Bezug einer Neubauwohnung vor 50 Jahren. Munzerts verfügten nun inklusive Kinderzimmer über 2,5 beheizbare Zimmer. Die kleine Küche war vom Vermieter modern möbliert. Es gab ein Badezimmer, dessen warmes Wasser in einer Gastherme bereitet wurde. Die Krönung war der Balkon.  Alles in allem 59,5 Quadratmeter für später vier Personen.
„48,50 Mark der Deutschen Notenbank zahlte man damals “, zitierte Jana Neumann, Leiterin der Abteilung Hausverwaltung bei der WOBAG, während des Mietertreffens aus dem alten Mietvertrag. Auf zwei DIN A4-Seiten war damals alles geregelt. „Heute ist so ein Mietvertrag um die 20 Seiten dick und wie lang das Festgelegte gilt, ist fraglich“, wies nicht nur sie auf Veränderungen im Lauf der Jahrzehnte hin.
Veränderungen gab es viele. Vor allem seit der Wende wechselte das Mieterumfeld häufig mit der Folge, dass man seine Nachbarn nicht mehr so gut kennt wie früher, als Kinder in die Schule gingen und man manches Fest gemeinsam feierte. Schwer zu akzeptieren war besonders für langjährige und ältere Mieter, dass Regeln der Hausordnung plötzlich von zumeist Hinzugezogenen ignoriert wurden. Inzwischen sind Fremdfirmen für Haus- und Straßenreinigung zuständig, was sich natürlich bei den Mietnebenkosten niederschlägt.
Das Wohnumfeld hat sich verändert und nicht zuletzt die Wohnungen selbst. „Als wir einzogen, waren die Baugräben vor den Eingängen noch nicht geschlossen. Da ist manchmal auch ein Kind reingefallen“, weiß Ingrid Kamitz noch. Mit ihrem Mann Hans zog sie vor einem halben Jahrhundert von Kamsdorf nach Gorndorf und blieb ihrer Wohnung in der heutigen Stauffenbergstraße 38 genauso treu wie Brigitte Hackenschmidt und ihr Mann ihren 2,5-Zimmern im Nachbareingang.
Rund um die „Perlenhochzeit“ als WOBAG-Mieter wurden die Wohnungen in der  Stauffenbergstraße im Jahr 1993 als erste von rund 1600 städtischen Wohnungen in Gorndorf saniert. Schornsteine wurden gezogen, die Wohnungen ans Fernwärmenetz angeschlossen, Fenster mit Isolierglas- und Wärmeschutz eingebaut, einbruchssichere Eingangstüren montiert und der Fernsehempfang massiv erweitert.
Im Wohnhaus von Familie Munzert erfolgte die Sanierung  im bewohnten Zustand.  „Wir sollten die Räume nicht leerziehen, nur Möbel abdecken. Aber es war unerträglich, nicht einmal Wasser gab es. Zum Glück hatten wir ein Gartenhaus, in das wir für vier Monate ziehen konnten“, ist diese anstrengende Zeit bei Frau Munzert noch sehr gegenwärtig. Auch für die WOBAG war die Sanierung eines Hauses unter bewohnten Bedingungen ein Testversuch, den sie nie wiederholte.
Für Frau Hackenschmidt brachte die Sanierung Annehmlichkeiten, „die wir, weil es Zusatzwünsche waren, zwar extra bezahlen mussten, die unsere Wohnung aber nun erst recht zu unserer machten.“ So verfügt sie jetzt zum Beispiel über Bodenfliesen in Küche und Flur oder eine Badewanne mit integrierter Dusche.
Und weil alle genannten Wohnungen in der „Stauffe“ so günstig zwischen Kaufhalle, Sparkasse, Apotheke, Arzt und Bushaltestelle liegen, wollen die heute zumeist zwischen 70 und 80 Jahre alten Mieter sie ebenso wie das Wohngebiet Gorndorf ungern verlassen. „Ein Umzug ist auch anstrengend und so lang es noch geht, steigen wir die Treppen“, heißt es unisono.
Für Werner Munzert bedeutet das, vom Hauseingang bis in seine Wohnung in der vierten Etage des fünfstöckigen Hauses 54 Stufen zurückzulegen. „Früher haben wir noch Kohlen aus dem Keller hochtragen müssen“, winkt er ab. „Jetzt ist das Treppesteigen unser Fitnesstraining. Ich jedenfalls brauch' keinen Fahrstuhl“, lacht der fast 80-Jährige verschmitzt.

 

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